Brahms-Tage Endenich
News Hier werden wir Sie z.B. über etwaige Programm- oder Besetzungs-änderungen informieren.

Hommages à Messiaen

Die gesamte Kammermusik 25. Todestag 27.04.2017 Liebe Musikfreunde, Mit großer Freude und etwas Stolz gehen die Brahms-Tage in ihr 10. Jahr! Zum ersten Mal mit sechs Konzerten im Programm, feiern wir 2017 außer Brahms besonders Olivier Messiaen. Zum 184. Jahrestag von Johannes Brahms' Geburt präsentieren Alfredo Perl und ich seine 3. Symphonie; ein reifes, mustergültiges Meisterwerk mit vier vom Ausdruck sehr unterschiedlichen und sich doch so perfekt ergänzenden Sätzen. Brahms' einzige Bearbeitung dieses Werks, eigentlich eine Vorfassung, ist diese für zwei Klaviere. (So hat er sie Freunden vorgespielt vor der Fertigstellung der Orchesterpartitur). Im großen Kontrast dazu: 25 Jahre und 10 Tage nach seinem Tod spielen wir Messiaens ekstatisch emotionale, beinah monothematische 7-sätzige Visions de l'Amen. Das Werk schrieb er, um es selber mit seiner zweiten Frau, der Pianistin Yvonne Loriod, aufzuführen - sie am virtuosen, quirlig verzierenden ersten Part, er am emotionalen, tiefgewurzelten zweiten. Zwei Tage zuvor gibt die renommierte chinesische Geigerin Yamei Yu zum ersten Mal bei den Brahms-Tagen mit mir ein ähnlich intensives Programm. Wir stellen zwei kurze, hochkarätige Frühwerke Messiaens (für seine erste Frau, die Geigerin Claire Delos, geschrieben) großen, philosophisch-historisch geprägten Sonaten Busonis und Brahms' gegenüber. Das besondere Anliegen, in diesem Jahr Messiaens Kammermusik in seiner Gesamtheit aufzuführen, bringt mich zu meiner ersten Aufführung eines Liedwerkes mit einem von Messiaen selbst verfasstem Text: La mort du Nombre. Und dessen außergewöhnliche Besetzung führt zu einem außergewöhnlich besetzten Konzert mit Volksliedbearbeitungen von Haydn und Volksliedern (eigentlich kleinen strophischen Kunstliedern im Volkston) von Brahms. Dazu kommen auch Messiaens fein vogel- mimisches Stück Le Merle noir (die Amsel) für Flöte und Klavier sowie witzig schöne Trios mit Flöte, Cello und Klavier von Haydn und Hummel (der zum ersten Mal bei den Brahms-Tagen zu hören ist). Der Flötist Michael Faust bringt uns die direkte Verbindung zum Meister: In den 1980er Jahren hat er in Basel (mit meinem späteren Lehrer Alexander Lonquich am Klavier) mit Messiaen persönlich das Werk durchgearbeitet. Ein von Tonarten und Querbeziehungen bestimmtes Programm spiele ich mit meinen langjährigen Kammermusikpartnern Ida Bieler, Matthias Buchholz und Ofer Canetti, alle schon häufig bei den Brahms-Tagen zu Gast. Bachs offenkundiger Trauer-Ton in der c-Moll Sonate für Violine accompagnata wird gespiegelt in einem der tragischsten Werke von Brahms, dem c-Moll Klavierquartett op. 60. Dazwischen kommen fröhlich sprudelnde G-Dur Werke von Mozart und wieder Bach. Eigentlich habe ich Hajo Büsching, den Solo-Klarinettisten des Beethoven-Orchesters gefragt, mit mir das 'Quartett für das Ende der Zeit' zu spielen. Aber seine Antwort, er "spiele das Werk schon so oft in diesem Jahr", führte zu eine andersartigen Einladung: Er kommt mit seinem eigenen Ensemble. Dafür müssen die Gäste noch meine Bearbeitung der D-Dur Serenade von Brahms im Angriff nehmen; ich freue mich, einmal unter den Zuhörern zu sein! Einige alte Freunde von uns kommen zum ersten Mal zusammen, um meine vor vielen Jahren gefertigte Bearbeitung von einem Mozart'schen Meisterwerk wieder ans Licht zu bringen; wir spielen dann noch Messiaens selten gehörte Pièce für Klavier und Streichquartett (wie Le Merle noir durchweg von Vogelsang geprägt) und Brahms' beliebtes aber immer herausforderndes Klavierquintett. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und hoffen, viele Anregungen zu geben! Ihr James Maddox
© Brahms-Tage Endenich - James Maddox

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